Crowdsourcing-Strategien für Unternehmen

Ideen durch Crowdsouring kontinuierlich verbessern, Innovationen im Handumdrehen, hohe Eigenmotivation: Welcher Entscheider träumt nicht von einer solchen Dynamik im Unternehmen?

Doch gibt es auf dem Weg zum Enterprise 2.0. einige Klippen zu umschiffen. Ein basisdemokratischer und vollständig selbstorganisierter Ansatz, wie er aus dem Internet bekannt ist, kann in Unternehmen nur bedingt eingesetzt werden. Innovationen können eine riesige Eigendynamik entwickeln, die dann kaum noch zu kontrollieren ist. Schnell könnte es beispielsweise zu Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern kommen, wenn gemeinsam entwickelte Ideen aus Gründen, die nur der Geschäftsleitung bekannt sind, nicht umgesetzt werden oder wenn Beschwerden über das Unternehmen auftauchen, die sich in windeseile aufbauschen.

Bei der Bewertung der Umsetzbarkeit kollektiv entwickelter Ideen spielt die realistische Einschätzung vieler Faktoren eine Rolle. (Unternehmens-Strategien und -Ziele, Unternehmenskennzahlen, etc.) Nicht jeder Mitarbeiter kann all diese komplexen Faktoren und deren Zusammenhänge kennen. Auch bei Unternehmen, die großen Wert auf Transparenz legen, verfügen nicht alle Mitarbeiter über die nötigen Informationen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und die Machbarkeit von Ideen zu bewerten.

Bei der erfolgreichen Einführung von Crowdsourcing im Unternehmen, sind also gewisse Reglen nötig, damit Enttäuschungen bzw. Unzufriedenheit bei der Belegschaft vermeiden werden:

  • Community Manager, die in direktem Kontakt mit der Unternehmensleitung stehen, geben entsprechende Themen vor und greifen ein, wenn sie sich zu verselbstständigen drohen.
  • Eine gute interne Kommunikation, die Unternehmensziele und -Strategien mit einschließt, ist von entscheidender Bedeutung. So ziehen alle an einem Strang.
  • Die Unternehmenskultur liefert den Boden für größtmögliche Transparenz.
  • Gruppenregeln, die partnerschaftlichen Umgang vor Konkurrenzdenken stellen, begünstigen die Umsetzung. Anreizsysteme helfen dabei.
  • Crowdsourcing profitiert von Unternemensstrukturen mit flacher Hierarchie und einem hohen Grad an Selbsterantwortlichkeit.
  • Das Wagnis sich für Social Media Strategien in Unternehmen zu entscheiden ist groß, doch sind die Erfolge bei gelungener Einführung im Hinblick auf das Innovationsmanagement immens. Umfassende Erfahrungen mit Crowsdourcing Strategien und damit das Wissen, was alles schief gehen kann in Verbindung mit einer sorgfältigen Planung, können das Risiko möglicher Pannen drastisch reduzieren.

    Weiterführende Informationen:

    Lore Reß weist in Ihrem sehr lesenswerten Blogbeitrag auf die Wichtigkeit der Förderung von Kooperation im Unternehmen für Web 2.0 Strategien hin.

    Was ist Crowdsourcing? Artikel im Harvard Business Manager, der sich allerdings auf Crowdsourcing im gesamten Internet bezieht und die Belegschaft des Unternehmens nicht integriert.

    Eine umfassende und sachlich geschriebene Beschreibung des Begriffes „Crowdsourcing“ findet sich im Crowdsourcing-Blog.

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    2 Kommentare zu Crowdsourcing-Strategien für Unternehmen

    1. Maria R. sagt:

      Vielen Dank für diesen Beitrag! So verheißungsvoll das Prinzip Crowdsourcing auch klingen mag, es kann auch den entgegengesetzten Effekt erzielen, wenn gewissen Aspekten nicht die nötige Beachtung geschenkt wird. Ihre weiterführenden Links könnten vor diesem Hintergrund um einen Artikel, der sich mit positiven und negativen Praxisbeispielen sowie weiteren wichtigen Tipps beschäftigt, ergänzt werden.

    2. Hallo Maria,

      gerade bei „designenlassen“ sind die Arbeitsbedingungen für Designer nicht human. Es werden Heerschaaren von Designern herangezogen, die bereit sind unter Extrembedingungen zu arbeiten. Dort wo es früher Aufnahmeprüfungen für Designstudenten gab, um die Designerschwemme etwas zu dämpfen, benötigt man heute nur noch ausreichend Sitzfleisch und Durchbeissmentalität, um sich die nötige Berufserfahrung zu verschaffen und damit am Markt eine Chance zu haben. Ob sich das für Visuelle Kommunikation und Design insgesamt als vorteilhaft herausstellt bleibt zu hinterfragen.

      Zu hinterfragen wären auch die ethischen Rahmenbedingungen und welche Auswirkungen ein Regelwerk in dem Konkurrenz und schlechte (oder im schlimmsten Falle gar keine) Bezahlung eine wesentliche Rolle spielen auf den gesamten Markt hat.

      Die Praxis des Crowdsourcing ist zwar eine unwiederbringliche Tatsache und eine Folge der gesamten Web 2.0-Entwicklung, hat aber noch viel Optimierungsbedarf.

      Mein Beitrag bezog sich weniger darauf, dass Unternehmen sich einer Crowdsourcing-Plattform bedienen, sondern es ging mir um die Einführung von Crowdsourcing-Strategien innerhalb eines Unternehmens. Das Unternehmen greift also nicht auf externe Ressourcen zurück, sondern auf die eigenen Mitarbeiter. Hier sehe ich ein großes Potenzial für Unternehmen, Kreativität aus den eigenen Reihen zu aktivieren.

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