Eine neue Treppe für die Wiesenmühle – Teil 1 – Stufen und Wangen zusammenschrauben

Im November nehme ich mir Urlaub für ein Vorhaben der besonderen Art: Treppenbau. Ein aufregendes Unterfangen, denn es ist  keinesfalls klar, ob wir es tatsächlich schaffen werden. Auch die Frage nach dem „wie“ wird ausgiebig diskutiert. Wird es tatsächlich gelingen, die ca. 400 Kg schwere Treppe mit einem Flaschenzug durch den engen Treppenaufgang nach oben zu ziehen?

Die Bretter und auch die Holme aus Buchenholz sind schon zugesägt. Doch schon nach kurzer Zeit taucht die erste Schwierigkeit auf: Die Löcher in den Stufen passen nicht richtig. Sie haben sich verzogen. Bei Hartholz gibt es keine Chance, die Schrauben trotzdem passend zu machen. Kurzentschlossen machen wir aus der Not eine Tugend, indem wir die Stufen einfach umdrehen und die Löcher noch einmal neu bohren. Diesmal aber passend. Die Aktion hat einen lustigen Nebeneffekt: die Rückseiten der Treppenstufen sind nun vorne sichtbar. Sie sind an dieser Stelle nicht geölt und man kann sehr deutlich die leicht verbrannten Spuren der Säge sehen.

Andere kaufen sich Fußböden, die alten Kisten nachempfunden sind, mit Beschriftung und Stempeln darauf. Sie finden das sehr chic. Ich habe jetzt ein Tugend-aus-der-Not Design das sich sehen lassen kann mit lauter ästhetisch wertvollen Sägespuren drauf. Die Zahl 95 (so breit sind die Treppenstufen) lasse ich natürlich auch stehen. Das gibt dem Design den letzten Schliff. Die Treppe ist ein Unikat mit einer einzigartigen Geschichte – geboren aus einem Fehler. Ich freue mich immer wieder über die bisweilen sehr emergenten Launen von einfachen Begebenheiten, wie nicht-passende Löcher in Treppenstufen und über die Geschichten, die ohne sie nicht geschrieben worden wären.

Weitere Teile des Blogposts:

Eine neue Treppe für die Wiesenmühle – Teil 2 – Treppenhaus vorbereiten

Eine neue Treppe für die Wiesenmühle – Teil 3 – Treppenkonstruktion hochziehen

Eine Treppe für die Wiesenmühle – Teil 4 – Treppe Einhaken

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